Käthe Kollwitz

Namensgeberin der Schule

Als bei der Einweihungsfeier der noch namenlosen Schule der damalige Bürgermeister Bernrath den Namen vorschlug, stieß er damit sofort auf positive Resonanz. Die Schulgremien folgten der Anregung. Und schon ein Jahr nach Schulgründung trug die Schule den Namen dieser bedeutenden Graphikerin, Malerin und Bildhauerin. Käthe Kollwitz stand für Frauenpower, Gleichberechtigung und Kultur – lauter Begriffe, die die Schule als ihren Auftrag verstand. So legte die Schulkonferenz auch verbindlich fest, dass alle Schüler zu Beginn des 6. Jahrgangs das Käthe-Kollwitz-Projekt absolvieren. Sich mit dem Leben und den Werken dieser interessanten Künstlerin auseinanderzusetzen, ist das Anliegen des Projekts. Als Höhepunkt wird häufig der Besuch des Käthe-Kollwitz-Museums in Köln  angesehen. Der Ausspruch von Käthe Kollwitz „Eine Gabe ist eine Aufgabe“ ist Leitspruch der Schule und auch im Schulprogramm verankert.

 
Als bedeutende deutsche Künstlerin des 20. Jahrhunderts ist Käthe Kollwitz insbesondere für ihre Radierungen, Holzschnitte, Zeichnungen und Lithografien bekannt. Das soziale Engagement der Zeitzeugin zweier Weltkriege, ihr Eintreten für Frieden und Humanität spiegelt sich dabei deutlich in ihren gesellschaftskritischen Werken wider. Beispielhaft sei die Folge von Holzschnitten mit dem Titel „Krieg“ herausgegriffen, die Käthe Kollwitz in den Jahren 1922 und 1923 schuf und die sich mit den Kriegsfolgen auseinandersetzt.
Die Künstlerin unterstützte zudem durch die Gestaltung von sozialpolitischen Plakaten pazifistische und soziale Bewegungen, etwa den Antikriegstag des Jahres 1924 („Die Überlebenden. Krieg dem Kriege!“) oder Initiativen zur Bekämpfung des Elends und Hungers in der Nachkriegszeit („Deutschlands Kinder hungern!“).
Während der Zeit des Dritten Reichs musste die politisch dem Sozialismus nahe stehende, jedoch keiner Partei angehörende Künstlerin erhebliche Repressalien erdulden. Bereits im Jahr 1933 wurde sie, die am 24. Januar 1919 als erste Frau überhaupt Mitglied der Preußischen Akademie der Künste geworden war, den Professorentitel erhalten und ab 1928 die Leitung des Meisterateliers für Graphik geleitet hatte, zum Austritt aus der Akademie der Künste genötigt und ihres Amtes enthoben. Ab dem Jahr 1935 unterlag Käthe Kollwitz einem faktischen Ausstellungsverbot. Das Ende des Nazi-Regimes erlebte sie nicht mehr. Seit dem Jahr 1960 wird jährlich der Käthe-Kollwitz-Preis an bildende Künstler vergeben.
 
Die Namensgeberin unserer Schule wird im Jahr 1867 in Königsberg, dem heutigen Kaliningrad, geboren. Nachdem sich ihr zeichnerisches Talent bereits früh herausstellt, studiert sie Malerei, zunächst in Königsberg, schließlich auch in Berlin und München. Im Jahr 1891 heiratet Käthe Kollwitz, damals noch Käthe Schmidt, den Arzt Karl Kollwitz und zieht nach Berlin. Die beiden gemeinsamen Söhne, Hans und Peter, werden 1892 und 1896 geboren. Ab dem Jahr 1898 arbeitet sie als Lehrerin an der Berliner Künstlerinnenschule, während sie zeitgleich ihre eigenen Werke vorantreibt. 1904 lebt die Künstlerin ein Jahr lang in Paris. 1914 fällt ihr Sohn Peter als Soldat gleich zu Beginn des Ersten Weltkriegs. Dieser schwere Verlust beeinflusst ihre weiteren Werke und trägt maßgeblich dazu bei, dass sich Käthe Kollwitz im weiteren Verlauf des Kriegs verstärkt mit pazifistischen Ideen auseinandersetzt. In der Zeit zwischen den Weltkriegen wird die Künstlerin Mitglied der Preußischen Akademie der Künste, Professorin und Leiterin des Meisterateliers für Grafik. ehe sie nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten zum Verzicht auf ihre Ämter und ihre Mitgliedschaft genötigt wurde. Etwa ab 1935 erhält sie Berufsverbot, und die Nationalsozialisten untersagen die Ausstellung ihrer Werke. Im Jahr 1945, kurz vor dem Kriegsende, stirbt Käthe Kollwitz in Moritzburg.
 
Käthe Kollwitz 1867 – 1945
Graphikerin, Bildhauerin
•        187 8. Juli: Käthe Kollwitz wird in Königsberg als Käthe Schmidt, Tochter des Maurermeisters und Predigers Carl Schmidt und dessen Frau Katharina (geb. Rupp), geboren.
•        1881 Zeichenunterricht bei einem Kupferstecher in Königsberg.
•        1885-1889 Studium der Malerei bei Karl Stauffer-Bern (1857-1891) in Berlin und bei Ludwig Herterich (1856-1932) in München.
•        1891 13. Juni: Heirat mit dem Kassenarzt Karl Kollwitz, der sich in einem Berliner Arbeiterbezirk niederlässt. Aus der Ehe gehen zwei Söhne hervor.
•        1895 Teilnahme an der "Freien Kunstausstellung" in Berlin mit drei Werken.
•        1895-1898 Inspiriert von Gerhart Hauptmanns Drama "Die Weber" schafft Käthe Kollwitz den Zyklus "Ein Weberaufstand".
•        1898 Aufnahme in die "Berliner Secession".
•        1898-1903 Lehrerin an der Künstlerinnenschule in Berlin.
•        1899 Mit dem Erwerb von "Ein Weberaufstand" beginnt das Dresdner Kupferstichkabinett eine Sammlung ihrer Werke.
•        Verleihung der Kleinen Goldenen Medaille auf der Deutschen Kunstausstellung in Dresden, nachdem ihre Nominierung im Vorjahr abgelehnt wurde.
•        1901-1908 Arbeiten an dem Zyklus "Bauernkrieg", für den sie den Villa-Romana-Preis erhält.
•        1904 Kollwitz lebt ein Jahr in Paris und arbeitet in der Plastikklasse der Académie Julian. Kontakt mit Auguste Rodin und Théophile Alexandre Steinlen (1859-1923).
•        1906 Januar: Ihr Plakat für die Deutsche Heimarbeit-Ausstellung wird auf Wunsch der Kaiserin Auguste Viktoria von allen Anschlagsäulen entfernt, da dieser die Darstellung einer abgearbeiteten Frau missfällt.
•        1914 22./23. Oktober: Ihr Sohn Peter fällt im Ersten Weltkrieg bei Dixmuiden (Flandern).
•        1917 Zahlreiche Ausstellungen in ganz Deutschland zu ihrem 50. Geburtstag.
•        1919 24. Januar: Sie wird als erste Frau Mitglied der Preußischen Akademie der Künste und erhält gleichzeitig den Professorentitel.
•        1921-1924 Arbeit für die Internationale Arbeiter-Hilfe (IAH), der viele linke Intellektuelle angehören. Während dieser Zeit entstehen sozialpolitische Plakate wie "Nie wieder Krieg" für den Mitteldeutschen Jugendtag in Leipzig     und "Nieder mit den Abtreibungs-Paragraphen!"
•        1922/23 Kollwitz arbeitet an der Holzschnittfolge "Krieg", die von den Werken Ernst Barlachs beeinflusst ist.
•        1928 Leitung des Meisterateliers für Graphik an der Akademie der Künste in Berlin.
•        1929 Ausstellung im Kupferstichkabinett in Basel. Verleihung des Ordens Pour le Mérite für Wissenschafen und Künste.
•        1932 Aufstellung des Mahnmals "Die Eltern" für den gefallenen Sohn Peter auf dem Soldatenfriedhof in Roggevelde nahe Dixmuiden, das sie schon seit 1914 geplant hat.
•        1933 Kollwitz wird zum Austritt aus der Preußischen Akademie der Künste gezwungen.
•        Amtsenthebung als Leiterin in der Meisterklasse für Graphik, später zudem indirektes Ausstellungsverbot durch Entfernung ihrer Arbeiten aus der Akademieausstellung und dem Kronprinzenpalais.
•        1934/35 Sie schafft ihren letzten Zyklus "Vom Tode" (Lithographien).
•        1940 19. Juli: Tod ihres Mannes.
•        1942 22. September: Ihr Enkelsohn Peter fällt in Russland.
•        Es entsteht die Lithographie "Saatfrüchte sollen nicht vermahlen werden".
•        1943 Übersiedlung nach Nordhausen zu der Bildhauerin Margret Böning (1911-1995).
•        25. November: Ihre Berliner Wohnung, in der sie seit 1891 lebte, wird durch Bomben zerstört; viele Drucke und Platten werden vernichtet.
•        1944 20. Juli: Umsiedlung nach Moritzburg bei Dresden.
•        1945 22. April: Käthe Kollwitz stirbt in Moritzburg. Ihre Urne wird im September 1945 in Berlin beigesetzt.
(Aus: LEMO: lebendiges Museum online)

Kontakt

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41515 Grevenbroich


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