Schulprogramm

Wenn man versuchen möchte, die Schwerpunkte unserer Schule zusammenzufassen, dann gelingt dies am besten in Anlehnung an die Namenspatronin unserer Schule. An der Käthe-­Kollwitz-­Gesamtschule gibt es Mädchenförderung, wir verpflichten uns der sozialen Verantwortung, Selbstständigkeit und Kreativität stehen im Zentrum unseres Bemühens und vor allem versuchen wir den Schülerinnen und Schülern einen Satz von Käthe­ Kollwitz vorzuleben und ihnen als Leitmotiv des Lernens zu vermitteln:

„EINE GABE IST EINE AUFGABE.“

Betreuung gewährleisten

 

Wir sind eine Ganztagsschule. Damit müssen wir Betreuung leisten, die den Kindern dient. Aus dem Zusammenleben auch außerhalb der Unterrichtsstunden ergeben sich soziale und erzieherische Ansprüche. Kinder brauchen neben ihren Mitschülern auch Erwachsene, auf die sie sich verlassen können. Das sind Lehrer und Eltern, beide müssen also in den Ganztag eingebunden werden. Zum Ganztag gehören zunächst die Arbeitsstunden (in der traditionellen Halbtagsschule: Hausaufgaben), die Förderstunden („Nachhilfe“ oder Begabtenförderung), die Arbeitsgemeinschaften (Freizeitgestaltung) und natürlich das gemeinsame Mittagessen einschließlich der Mittagspause.
    


Bei den Kindern ist die Lernzeit an die Fächer Deutsch, Mathematik und Englisch gebunden. Sie folgen im Stundenplan auf das Fach, das die Aufgaben gestellt hat, und sie werden von dem Fachlehrer betreut. Im Stundenplan liegen diese Lernzeiten aus lernpsychologischen Gründen in der Regel jeweils nach dem Mittagessen in der 7. Stunde. Sie haben folgende Struktur: Die Schüler sitzen an Einzeltischen, der Lehrer verdeutlicht auf Anfrage die Aufgaben, die im Aufgaben- und Informationsheft stehen. Anschließend arbeiten die Schüler ca. eine halbe Stunde allein in absoluter Ruhe. Hilfen werden nur in absoluten Ausnahmefällen gegeben. Am Ende der Stunde werden die Aufgaben kontrolliert.

Arbeitsstunden im Haus der Jugendlichen (Jahrgang 8 bis 10) Wenn die Schüler mit dem 8. Jahrgang in das Haus der Jugendlichen umziehen, ändern sich viele pädagogische Strukturen. Selbstverantwortung und Selbstständigkeiten werden wichtige Anforderungen. Das bezieht sich auch auf die Arbeitsstunden, die jetzt Silentien heißen, daher: Arbeiten in absoluter Ruhe. Die Schüler entscheiden durch ihre Arbeitshaltung über die Teilnahme am Silentium. Schüler, die selbstständig, regelmäßig und ordentlich ihre Aufgaben anfertigen, können vom Silentium befreit werden. Entscheidend ist nicht die Leistungsstärke, sondern die Arbeitshaltung. Alle Schüler schreiben ihre Aufgaben in die Aufgaben- und Informationshefte. Jeder Schüler arbeitet in absoluter Ruhe und in Einzelarbeit. Wenn er mit den gestellten Aufgaben fertig ist, stellt er sich selber eine weitere Aufgabe, z.B. Wiederholung der Vokabeln oder selbstständiges Nacharbeiten des Unterrichts. Wenn ein Schüler die Arbeitsruhe stört, geht er sofort in ein geschlossenes Silentium, das von einem Schulleitungsmitglied betreut wird. Der Wechsel in das geschlossene Silentium wird von der Schulleitung dokumentiert. Pädagogische - und Ordnungsmaßnahmen können die Folge sein.

Arbeitsgemeinschaften sind im Haus der Kinder (Jahrgänge 5-7) verpflichtend, damit die Betreuung bis 16.00 Uhr an allen Wochentagen außer freitags sichergestellt ist und damit die Kinder einen kreativen Umgang mit ihrer Freizeit lernen. Die Arbeitsgemeinschaften wechseln in der Regel halbjährlich. In der sogenannten Spielestraße gibt es eine Auffang-AG, die sich um Kinder kümmert, deren AG-Leiter nicht anwesend ist, oder um Kinder, die sich nicht an die abgesprochenen Regeln halten. In den Arbeitsgemeinschaften im Haus der Kinder arbeiten Lehrer, Eltern, aber auch Übungsleiter aus verschiedenen Vereinen. Einmal im Schuljahr gibt es in Form eines kleinen Festes einen AG - Präsentationstag, an dem die Schülerinnen und Schüler ihre AG-Ergebnisse darstellen.

Das kreative Angebot im Haus der Jugendlichen steht wieder unter dem Aspekt von Selbstständigkeit und Erproben von Verantwortung. Die Jugendlichen können eine AG wählen, müssen aber nicht. Wenn die AG allerdings angewählt wurde, besteht für das folgende Halbjahr Teilnahmepflicht. Der Zeitraum für diese AG ist nicht in jedem Fall im Stundenplan festgelegt. Er kann auch mit der AG-Leitung frei vereinbart werden.

Zunächst einmal ist das Mittagessen nicht nur ein Versorgungsangebot, das jede Ganztagsschule machen muss. Das gemeinsame Essen ist ein Sinnbild für die Gemeinschaft. Damit ist das Mittagessen im Haus der Kinder für die Jahrgänge 5 und 6 verpflichtend, denn es geht in diesem Haus darum, Gemeinschaftsgefühl und soziale Zugehörigkeit aufzubauen. Die Teamlehrer entscheiden über die pädagogische Zusammensetzung der Tischgruppen, die damit für die Schüler verbindlich sind. Die Schule garantiert ein gesundes Essen, das auf die Ansprüche von Minderheiten Rücksicht nimmt und über ein Salatbuffet allen eine gesunde Alternative bietet, wenn das Essen einmal dem Einzelnen nicht schmecken sollte. Mittagessen (Essensangebot im Haus der Jugendlichen und jungen Erwachsenen) Bei den Jugendlichen und jungen Erwachsenen geht es auch hier um Selbstständigkeit und Verantwortung. Jeder kann durch Ziehen eines Bons jeden Tag neu entscheiden, ob er mittags essen will oder nicht. Nach der Erprobung verschiedener anderer Möglichkeiten hat sich dieses Element so bewährt. Zusätzlich haben die Jugendlichen die Möglichkeit, im Schülercafé einen kleinen Snack einzunehmen. Die Betreibung des Schülercafés wird ermöglicht durch den Einsatz der Eltern.


Das Teammodell ist an unserer Schule die pädagogisch entscheidende Organisationsform, die vor allem Betreuung sicherstellt. Die bereits 1991 gefällte Entscheidung beruhte auf zwei Säulen, dem damals kontrovers diskutierten Kleingruppenteammodell und der Erkenntnis der Waldorfschulen, dass die Beziehung zwischen Schülern und betreuenden Lehrern eine lange zeitliche Bindung braucht.

Lehrerteams

Vor Beginn des jeweils 5. Schuljahres treffen sich sechs bis maximal acht Lehrer zu einer Teamkonstituierung. Das ist in etwa die Lehrerzahl, die eine Schule für vier Klassen (120 Schüler) zugewiesen bekommt. Diese Lehrer entscheiden über ihre Unterrichtsverteilung selber und darüber, welche drei bzw. vier Lehrer ein Team bilden. Diese Lehrerteams betreuen dann jeweils zwei Klassen. Zwei Klassen eines Jahrgangs und drei bis vier Lehrer bilden das jeweilige Team. Es begleitet die Schüler in einer Art Familienverband in der Sekundarstufe I (Jahrgang 5-10), also sechs Jahre lang. Die Teamlehrer sind in dieser Zeit für die Betreuungs- und Erziehungsarbeit hauptsächlich verantwortlich. Ihnen gegenüber stehen die Schulleitungsmitglieder als Schulleitungsteam. Diese Struktur ist die entscheidende Organisationsform dieser Schule. Jedes Kind ist seinen Teamlehrern vertraut. Aus dieser Nähe können alle pädagogischen und fachlichen Maßnahmen sinnvoll getroffen werden.

Klassen zu Teams

Zwei Klassen und ihre Teamlehrer bilden ein Team. In jedem Jahrgang gibt es also zwei Teams. Ziel ist, dass sich die Schüler des einzelnen Teams gut kennen lernen, so dass sich Vertrautheit und Zugehörigkeit entwickeln können. Deshalb werden Klassenfahrten und Wandertage im Team durchgeführt. Auch die in einer Gesamtschule notwendige Fachleistungsdifferenzierung - derzeit ab Jahrgang 8 - in Erweiterungs- und Grundkurse geschieht teambezogen. Ausnahme sind die Wahlpflichtdifferenzierung und die Arbeitsgemeinschaften. Ansonsten bleibt das Team in der Regel bis zum 10. Jahrgang eine Lerngemeinschaft.


Tischgruppen

Innerhalb der einzelnen Teamklassen sitzen die Schüler in Tischgruppen. Diese Tischgruppen sind nicht mit Arbeitsgruppen zu verwechseln. Sie bilden sozusagen die kleinste soziale Zelle, eine Art „Familie“, zu der der Schüler gehört. Die Tischgruppen werden nicht allein nach den Wünschen der Schüler gebildet. Die pädagogische Verantwortung liegt bei den Teamlehrern. Jungen und Mädchen bilden gemeinsam eine Tischgruppe.


Gruppenarbeit

Regelmäßige Gruppenarbeit als Methode ist für eine Teamschule unverzichtbar. Sie ist nicht nur eine Möglichkeit zur Binnendifferenzierung, sie verbindet vor allem fachliche mit sozialen Kompetenzen und öffnet so den Weg in die Ansprüche der heutigen Kommunikations- und Wissensgesellschaft.


Lehrerstationen

Die Teamlehrer haben ihr Lehrerzimmer auf dem Jahrgangsflur neben den Teamklassen. So sind die Wege von Teamlehrer zur Teamklasse kurz und informelle Absprachen sind jederzeit möglich.

Eltern gehören zur Betreuung einer Ganztagsschule. Schüler, die den ganzen Tag in der Schule sind und nur Lehrer sehen, brauchen auch den Kontakt zu anderen Erwachsenen. Darum ist es wichtig, die Eltern zu gewinnen. Die Eltern arbeiten aktiv als Leiter in den Arbeitsgemeinschaften. Sie bieten in der ersten großen Pause nach der zweiten Stunde den Schülern im Haus der Kinder und der Jugendlichen ein gesundes Frühstück an. Sie versorgen in der Mittagspause in der Mensa die Schüler mit Mineralwasser und Fruchtsäften. Sie unterstützen das Schülercafé im Haus der Jugendlichen. Der Förderverein der Eltern hilft in Not geratenen Schülern bei Schulveranstaltungen und finanziert Fördermaßnahmen, die sonst nicht bezahlt werden könnten. 200 bis 300 Eltern arbeiten regelmäßig in der Schule mit und stehen so für einen wichtigen Teil der pädagogischen Qualität.

Entscheidend für die Betreuung an der Schule ist die harmonische Zusammenarbeit mit den Erziehungsberechtigten. Hier spielt das Aufgaben- und Informationsheft eine ganz wesentliche Rolle. Alle Schüler im Haus der Kinder und der Jugendlichen bekommen jedes Jahr ein Aufgaben- und Informationsheft, das durchweg gleich geführt wird. Links befinden sich die in der Schule gestellten Aufgaben. Die rechte Seite dient zur Information der Erziehungsberechtigten. Dieses Heft ist zu einem unverzichtbaren Medium der direkten Kommunikation zwischen Lehrern und Erziehungsberechtigten geworden.

Seit 1998 hat die Schule eine jahrgangsbezogene Beratungslehrerkonzeption, d.h. in der Sekundarstufe I haben wir sechs Beratungslehrer und in der Sekundarstufe II elf. In der SEK II sind die Leistungskurslehrer der Profile gleichzeitig Beratungslehrer. So wird jeder Schüler unter fachlichen und pädagogischen Gesichtspunkten optimal begleitet, und zwar immer von Lehrern, die er kennt. In der Regel hat jeder Beratungslehrer einen bestimmten Beratungsschwerpunkt. Über die jahrgangsbezogene Beratung hinaus gibt es eine Lehrkraft für Präventionsberatung.

Die Schule bildet im Haus der jungen Erwachsenen zur Zeit vier Profile, Kultur (Leistungskurs Deutsch und Grundkurs Kunst), Umwelt (LK Biologie und GK Erdkunde), Kosmos und Zeit (LK Physik und GK Philosophie) und Wirtschaft und Natur (LK Sozialwissenschaften und GK Biologie). Diese Profile setzen neben dem Reiz des fächerübergreifenden Lernens die Betreuungsstruktur des Teammodells in der Oberstufe fort. Zur Zeit werden zunächst 15 - 18 Wochenstunden, die sich aus der Belegverpflichtung ergeben, an die Profile gebunden. Damit ist das Profil eine Art „Klasse“. Der LK- Lehrer ist der Beratungslehrer für sein Profil und steht somit auch in der Betreuungsverantwortung für seine „Klasse“. Durch die gemeinsame Lehrerstation und durch regelmäßige Profilbesprechungen bilden die Beratungslehrer des entsprechenden Jahrgangs wieder ein Team.

Wir haben durch die Pflanzen, die Fächer, Bilder usw. Wohnlichkeit und Atmosphäre in den Räumen und Fluren erreicht. Außerdem arbeiten die Ordnungsdienste im Großen und Ganzen recht ordentlich, so dass sich die Schüler in ihrer Schule wohl fühlen können.


Aufenthaltsräume im Ganztag

Seit 2010 hat die Schule neben der Spielestraße, dem Foyer und dem Schülercafé noch einen Ruheraum (er unterliegt bestimmten Regeln) im Haus der Kinder und einen Kickerraum im Haus der Jugendlichen.

Dahinter steht das finnische Sprichwort:
„Jedes Kind hat drei Lehrer, die Freunde, die Wohnlichkeit der Räume und den guten Lehrer.“

 

Erziehung durchführen

Wir bezeichnen die Schüler an unserer Schule nach ihrer altersgemäßen Entwicklung. Sie sind für uns Kinder, Jugendliche oder junge Erwachsene. So wollen wir deutlich machen, dass wir die uns anvertrauten Schüler mit ihren unterschiedlichen Ansprüchen immer als junge Menschen sehen. Deshalb nennen wir die Abteilungen „Haus der Kinder“ (Jg. 5-7), „Haus der Jugendlichen“ (Jg. 8-10) und „Haus der jungen Erwachsenen“ (Jg. 11- 13).

Jedes Haus hat seine eigene pädagogische Leitidee. Im Haus der Kinder ist es betreutes Lernen und Verantwortung im Kleinen, im Haus der Jugendlichen Hinführung zum selbstständigen Lernen und Verantwortung als persönliche Erprobung und im Haus der jungen Erwachsenen ist die Leitlinie schließlich selbstständiges Lernen und Übernahme von Verantwortung.

Jedes Haus hat klar formulierte Regeln, die jeweils zu Schuljahresbeginn den Schülern verdeutlicht werden. Sie werden in Form eines „Schulvertrages“ von den Schülern und im Haus der Kinder und Jugendlichen auch von den Eltern unterschrieben. Diese Verträge bleiben in den Klassenräumen und sind Grundlage der pädagogischen Maßnahmen.

Die Regeln und die Schulverträge sind in der Grundstruktur für alle Häuser vergleichbar. Gleichzeitig passen sie sich aber dem jeweiligen Entwicklungsstand der Schüler an und stellen sozusagen eine Treppe des Erwachsenwerdens dar. Im Haus der Kinder stellen sich die Kinder zu zweit auf und werden in die Klassen gebracht und abgeholt, so lernen sie, Teil einer Gruppe zu werden. Im Haus der Jugendlichen und jungen Erwachsenen gibt es keine Klingel mehr, die Schüler übernehmen die Verantwortung selber. Im Haus der Kinder werden in Teamstunden Probleme der Schüler thematisiert und besprochen. Diese Regeln sind unverzichtbar, da sie die wesentliche Voraussetzung unserer Teamschule sind.

Das bedeutet: Aufstellen im Haus der Kinder, Tischgruppen und vor allem regelmäßige Gruppenarbeit sind neben der Teamstruktur die entscheidenden Anforderungen an unsere Erziehungsarbeit.

Selbstständigkeit ist ein wichtiges Erziehungsziel unserer Schule, das allerdings noch lange nicht erreicht ist. Einige Voraussetzungen sind gelegt. Die Schüler haben inzwischen ein spürbares Selbstwertgefühl entwickelt, das Voraussetzung für jede Art von Selbstständigkeit ist. Im Haus der Kinder spielt sie zunächst eine untergeordnete Rolle, es beginnt mit der Verantwortung im Kleinen, z. B. für den eigenen Tisch, für den Stuhl, das Fach oder den Spind. Auch Arbeitsformen wie Gruppenarbeit, freie Arbeit oder Projektarbeit spielen eine Rolle. Im Haus der Jugendlichen erproben sich die Schüler intensiver in Selbstständigkeit. Sie müssen ohne Klingel pünktlich sein. Sie stellen sich einer sozialen Verantwortung auch außerhalb der Schule. Sie müssen sich ohne Lehrer fachlich und als Team im Betrieb bewähren. In der Oberstufe ist Selbstständigkeit dann eine grundsätzliche Anforderung. Das geht soweit, dass die jungen Erwachsenen in Dienstbesprechungen mit ihren Beratungslehrern sogar die Rahmenbedingungen ihres Lernens festlegen können.


Wie wir alle wissen, ist die Pubertät eine schwierige Altersphase. In unserem Kulturkreis gibt es keine erkennbaren Rituale des Erwachsenwerdens, die man schulisch nutzen könnte. So haben wir bereits 1995 zwei Rituale entwickelt.


Soziale Verantwortung

Im Haus der Jugendlichen werden alle Schüler des 8. und 9. Jahrgangs zu einer sozialen Verantwortung verpflichtet, die sie außerhalb und innerhalb der Schule über ihren Unterricht hinaus zwei Jahre lang leisten müssen. Das beginnt mit einem Reparaturdienst in der Schule und geht bis zur regelmäßigen Mitarbeit in Kindergärten und Altenheimen. So sollen die Schüler das Bewusstsein entwickeln, dass sie als Teil eines sozialen Ganzen gebraucht werden und dass sie Verantwortung übernehmen können.


Kontaktikum

In allen weiterführenden Schulen absolvieren die Schüler und Schülerinnen im 9. Jahrgang das Praktikum. Dem hat die Schule das Kontaktikum im Jahrgang 8 vorgelagert. Hier findet eine Projektwoche statt, die den ersten Kontakt zur Berufswelt herstellt. Dies geschieht zum einen durch Betriebsbesichtigungen und Arbeiten mit Informationsmaterial der berufsvorbereitenden Institutionen, zum anderen aber auch durch Nachdenken und Diskutieren über die eigene Lebensplanung. Ein besonderer Schwerpunkt der Projektwoche liegt auf der Rollenverteilung Mann/ Frau in der Berufswelt. Dies eröffnet einen neuen Blick auf sich und andere.


Lernort Betrieb

Ein weiteres Ritual des Erwachsenwerdens ist der Lernort Betrieb. Die Jugendlichen müssen im Betrieb zeigen, ob sie selbstständig und teamfähig sind. Sie schreiben im 10.Jahrgang in Gruppen eine Facharbeit zu einem betrieblichen Thema. Die Aufgabe wird von einem Betrieb gestellt. Sie wird in der Regel auch dort erarbeitet. Die Schüler werden von ihren Teamlehrern betreut. Der Lernort Betrieb ist Teil des Strukturelements der Abteilung 2 „Außerschulisches Lernen als Orientierung zur Arbeitswelt“ (1. Phase „Kontaktikum“ Jg.8, 2. Phase „Praktikum“ Jg.9, 3. Phase „Lernort Betrieb“ Jg.10). Er dauert in der Regel eine Schulwoche und endet am Ende der Woche mit einer Präsentation in Anwesenheit der ca. 30 beteiligten Firmen.


Die besondere soziale und fachliche Leistung der Schüler muss positiv bewertet werden. So wird die positive Leistung in der Schule verstärkt. Zwei Elemente des Schulprogramms verdeutlichen diesen Anspruch:


Tag des Schülers und der Schülerin

Am „Tag des Schülers“ ehren die Teams einen oder mehrere Schüler, die im Laufe des Schuljahrs positiv aufgefallen sind. Kriterien sind z.B. Freundlichkeit, Höflichkeit, Hilfsbereitschaft und Verantwortungsbewusstsein. Die ausgewählten Schüler erhalten an diesem Tag des Jahres eine Urkunde und ein kleine Pflanze. Diese Ehrung wird von allen Schülern jetzt bereits über sieben Jahre sehr ernst genommen. Die Urkunden werden auch bei Bewerbungsgesprächen vorgelegt.


 Ehrungen bei Abteilungsversammlungen, Versammlungen der Sozialen Verantwortung (SozVerLive) und Abschlussfeiern

Durch regelmäßige öffentliche Ehrungen und Urkunden im Rahmen von Abteilungsversammlungen, Versammlungen der Sozialen Verantwortung und Entlassungsfeiern werden positive Leistungen verstärkt. Die Leistung wird Vorbild und prägt auch für die Schüler das Bild der Schule.


Diese Erziehungsarbeit ist die Grundlage, um fachliche Standards behutsam und kontinuierlich aufzubauen.

 

Fachliche Standards aufbauen und evaluieren

 

Selbstverständlich ist das Vermitteln von fachlichen Kompetenzen (Fähigkeiten) die zentrale Bildungsaufgabe jeder Schule. Man braucht zunächst abgesprochenes Kernwissen oder Minimalstandards. Ohne dieses Kernwissen gibt es keine Kompetenzen. Kompetenzen, Fähigkeiten bestimmte Anforderungen fachlich zu bewältigen, sind wiederum Voraussetzung für kreative Leistungen. Man muss also die Reihenfolge beachten und dennoch alle drei Faktoren, Kernwissen, Kompetenzen und Kreativität als Lernziele gleichzeitig setzen.

    

In die Verantwortung für das fachliche Lernen ihres Kindes müssen auch die Eltern mit einbezogen werden, soweit es ihren Möglichkeiten entspricht. Zu Schuljahresbeginn wird den Eltern in der ersten Klassen- oder Jahrgangsstufenpflegschaft das Kernwissen und die Minimalstandards des jeweiligen Schuljahres zur Kenntnis gegeben und erklärt.
Alle Eltern werden von der Schule verpflichtet (Beschluss der Schulkonferenz), an dieser ersten Pflegschaft teilzunehmen. Erziehungsberechtigte, die unentschuldigt fehlen, werden von der Schule angeschrieben. Die Briefe werden als ergänzende Informationen der Schülerakte beigegeben.


Mitglieder des Didaktischen Ausschusses sind die Fachkonferenzvorsitzenden unter Leitung der didaktischen Leitung. Sie besprechen die grundsätzlichen Anforderungen an die Fachkonferenzarbeit des jeweiligen Schuljahres und legen Schwerpunkte fest.


Schulinterne Lehrpläne

Die Fachkonferenzen steuern über die schulinternen Lehrpläne die fachlichen Standards (Kenntnisse und Fähigkeiten) an der Schule. Die schulinternen Lehrpläne basieren auf den Absprachen im Didaktischen Ausschuss und auf den Vorgaben des Landes. Sie beinhalten neben dem Kernwissen, das wir Basics nennen, die in den Kernlehrplänen formulierten Kompetenzen. Außerdem setzen sie methodische Schwerpunkte, die auch auf die in den Methodenstunden erarbeiteten Kompetenzen zurückgehen. Die Basics werden für die Fächer Deutsch, Mathematik und Englisch als Poster in den Klassenräumen ausgehängt und zwar in einer Progression von Klasse 5 bis hin zu Klasse 10.


Lernstandserhebungen

Die Auswertungen der Lernstandserhebungen gehen in die Fachkonferenzarbeit ein und die schulinternen Lehrpläne werden entsprechend bearbeitet. Bei auffallenden Ergebnissen beschäftigt sich auch die Lehrerkonferenz mit der Auswertung.


Abschlüsse

Teilzentrale Abschlüsse 10, Zentralabitur

Die zentralen Abschlüsse sind eine Chance für die Verbesserung der Bildungsstandards. Denn sie bieten die Möglichkeit, einen klareren Überblick über die erwarteten Anforderungen zu bekommen.
Es wurde für die Oberstufe ein Wiederholungssystem aufgearbeitet, das jedem Schüler auf dem Weg zum Zentralabitur die Möglichkeit zur kontinuierlichen Aufarbeitung von fachlichen Defiziten gibt. Von den Lehrern werden auf der Basis der bereits gesetzten Rahmenbedingungen des Landes Materialien selbstständigen Arbeitens erstellt, die sogenannten EVA-Materialien (Materialien des Eigenverantwortlichen Arbeitens). Sie enthalten die fachlichen Voraussetzungen aus der Sekundarstufe I, die Probeklausuren für das Zentralabitur, die Abiturvorgaben des Landes und den in der Sekundarstufe II erarbeiteten Stoff. Diese Materialien werden an mehreren Stellen so aufgestellt, dass jeder Schüler der Oberstufe damit arbeiten kann. Die Materialien sollen regelmäßig erweitert und verbessert werden. Zur Zeit haben wir eine Beförderungsstelle mit dieser Aufgabenbeschreibung versehen.

Neben dem Kernwissen müssen die Schüler, die für ihre Arbeit wichtigen Methoden, sicher beherrschen. Methodensicherheit ist unerlässlich. Das Erlernen von Methoden sollte daher Unterrichtsgegenstand sein.


Gruppenarbeit, Heftführung, Textarbeit

In den Jahrgängen 5 und 6 vermitteln die Teamlehrer im dreitägigen Projekt Methodentraining den Schülern die Grundkenntnisse in den Methoden Heftarbeit, Gruppenarbeit und Erstellen von Plakaten. In den Jahrgängen 7 und 8 gibt es eine Methodenstunde, die die Methode Heftführung noch einmal aufgreift, die Methode Gruppenarbeit vertieft und als Schwerpunkt Textarbeit setzt. In den Jahrgängen 7 bis 13 werden die methodischen Schritte der Textarbeit in den Klassen- und Kursräumen ausgehängt. In den Jahrgängen 10 bis 13 kommt die Methode des formal richtigen Zitierens dazu.


Präsentationen

Einen besonderen Stellenwert hat in einer demokratischen Gesellschaft, die immer mehr Kommunikation verlangt, auch das öffentliche Auftreten, die Präsentation. Diese Kompetenz ist auch Teil des Abiturs.
Präsentation gehört ebenfalls zum Gruppenunterricht und ist damit konstanter Teil des Unterrichts. Hier wird die Präsentation im Kleinen geübt. In Abteilungsversammlungen, bei den AG-Präsentationen, in den verschiedenen Projekten und Feiern lernen die Schüler dann im Forum vor einer größeren Menschenmenge aufzutreten. Sie erproben sich damit in dieser wichtigen Kompetenz.


Gruppenarbeit an außerschulischen Lernorten

Auch die erste Facharbeit, die die Schüler im Rahmen des Projekts „Lernort Betrieb“ in den Firmen schreiben, wird als Gruppenarbeit vorgelegt. So erproben sie sich in ihrer Teamfähigkeit und vermitteln auch vor Ort den Unternehmen diese wichtige soziale Kompetenz. Dasselbe gilt auch für die Facharbeit, die der 12. Jahrgang an der Fachhochschule in Düsseldorf erarbeitet. Auch hier zeigen die Schüler, wieweit sie diese wichtige Methode beherrschen.

Kreativität ist eine weitere wichtige Anforderung an unser Bildungssystem. Deutschland kann die wirtschaftlichen Anforderung der nahen Zukunft nur dann erfüllen, wenn es seine historisch gewachsene Kreativität wieder entdeckt und schulisch fördert.


Literaturprojekt

Seit 2015 gibt es ein neues Literaturprojekt für die Klassen 10 und 11. Die vollständige Beschreibung folgt in Kürze.


Kulturtage

Aus dem Kulturtag (1998) entstanden die Kulturtage. An einem Nachmittag und zwei Abenden zeigen die Schüler unserer Schule ihre Leistungen aus künstlerischen Bereichen. An einem Freitagnachmittag gibt es den „Kulturfrühling“, an dem alle Schüler ihre Produkte aus dem Bereich Kunst, Musik und Literatur vorstellen können. Hier zählt noch nicht die Qualität, sondern der Mut, sich auf kreatives Arbeiten einzulassen. An einem Freitagabend stellen sich die Musikgruppen oder Musiker vor, die schon jetzt eine anerkannte Qualität erreicht haben. Das gilt besonders für die Rockmusik, insofern hat die Veranstaltung den Namen „Käthe rockt“. An einem weiteren Freitagabend führen dann die Theatergruppen aus dem Bereich „Szenisches Gestalten“ des 9. und 10. Jahrgangs und die Theater- AG, poco*mania, der Schule ihre Arbeiten auf. In den letzten Jahren haben vor allem die beiden Abende eine herausragende Qualität erreicht. Sie zeigen, welche kreativen Potentiale unsere Schüler haben.


Weihnachtskonzert  

Hier geht es um eher beschauliche Musik, die der Atmosphäre der Weihnachtszeit entspricht. Vor allem aber wollen wir versuchen, den Schülern den Weg zur klassischen Musik zu öffnen. Damit erinnert die Schule an weltbekannte deutsche Wurzeln, sie versucht aber auch Konzentration und Arbeitshaltung zu vermitteln, ohne die man sich auf diese Musik nicht einlassen kann.


English Day

Anknüpfend an die bereits bestehenden Kulturtage und den Science Day wurde 2006 zum ersten Mal ein English Day an der Schule durchgeführt. Die Idee ist einfach. An diesem Tag werden alle Schüler und Lehrer versuchen, in möglichst allen Fächern Englisch zu sprechen. Daneben wird es eine Reihe von Aktionen geben, die im Zusammenhang mit dem Englisch sprachigen Ausland stehen.


Science Day

Nach den offensichtlichen Erfolgen der Kulturtage und den Ergebnissen der TIMMS- und PISA- Studie ergab sich der zweite kreative Schwerpunkt, der Tag der Naturwissenschaften. 1999 begannen wir mit der Planung des „Science Day“. Aus dem naturwissenschaftlichen Unterricht aller Jahrgänge und aus eigenen Überlegungen der Schüler ergeben sich inzwischen mehr als 20 verschiedene naturwissenschaftliche Experimente, die im Zentralgebäude aufgebaut werden. An einem Vormittag versuchen die Schüler aus dem Haus der Kinder in Form eines Quiz die Fragen zu lösen, die sich aus den Experimenten ergeben. Die besten Ergebnisse, aber auch die eindrucksvollsten Experimente werden prämiert. Und es macht Spaß.

Der Computer und das Internet sind aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken, so dass sich unsere Schule darauf eingestellt hat. Zunächst geht es darum, möglichst allen Schülern die Grundkenntnisse dieser Technik zu vermitteln, aber auch das Recherchieren im Netz oder die Gefahren des Internets zum Thema zu machen.


Grundkenntnisse im Umgang mit dem Computer im 7. Jahrgang

Der systematische Einstieg erfolgt seit 1999 im 7. Schuljahr und wird inhaltlich an das Fach Arbeitslehre gebunden. Umgang mit dem Computer wird im Fachbereich Technik unterrichtet. Der Unterricht findet, wenn möglich, in halber Klassenstärke mit ca. 15 Schülern statt, damit jeder Schüler im Computerraum seinen Computer zur Verfügung hat. Inhalte sind Grundformen der Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Präsentationstechniken.


Einsatz des Computers in Jahrgang 8 - 10

Innerhalb des Ergänzungsstundenangebots gibt es den Kurs: „Wissenschaft und Technik“.

Ausstattung

Die Schule besitzt drei ausgewiesene Computerräume. Einer befindet sich im Haus der Kinder, der zweite ist im Haus der Jugendlichen und der dritte steht den jungen Erwachsenen im Oberstufengebäude zur Verfügung. Die drei Räume haben jeweils 16 Arbeitsplätze. Den Schülern stehen ebenso Laptops, die variabel eingesetzt werden können, zur Verfügung. Im Selbstlernzentrum gibt es weiterhin 20 feste PC-Plätze. Die Oberstufe ist mit fünf Decken-Beamern ausgestattet. In den NW-Räumen befinden sich ebenfalls zwei  Beamer.

Mädchenförderung gibt es an unserer Schule bereits seit 1992. Obwohl die Bezeichnung Förderung heißt, möchten wir dieses Element dennoch bewusst in den fachlichen Zusammenhang stellen.
Denn Mädchen bekommen ein besonderes Lernangebot in Naturwissenschaften, Arbeitslehre und in den Jahrgängen 8 und 9 auch in Sport. Hier gibt es Mädchenkurse, damit die Mädchen ihren eigenen fachlichen Zugang zu diesen Fächern finden und entwickeln können.


Mädchengruppen im Wahlpflichtbereich I (Jahrgang  6- 10)

Von den sechs Kursen im Wahlpflichtbereich sind in der Regel ein bis zwei Kurse in Naturwissenschaften reine Mädchenkurse. Sie werden, wenn möglich, von Lehrerinnen unterrichtet. Einen weiteren Mädchenkurs gibt es im Bereich Arbeitslehre. Ziel ist es, Mädchen für diese Fachbereiche zu interessieren und ihnen die Möglichkeit zu geben, sich auf ihre Art auf diese fachlichen Anforderungen einzulassen.


Mädchenförderung im Sport

Seit 1993 macht die Schule in Sport Mädchengruppen in den Jahrgängen 8 und 9 möglich. Die Gruppenbildung in den parallel eingesetzten Klassen können darüber hinaus auch unter folgenden Kriterien erfolgen: Eine geschlechterübergreifende Neigungs- bzw. Leistungsdifferenzierung wird in Absprache der unterrichtenden Kollegen bei Bedarf alternativ zum Klassenunterricht verwirklicht. Im 10. Schuljahr werden die Gruppen wieder zusammengeführt, da ab 16 der respektvolle Umgang zwischen den Geschlechtern besser vermittelt werden kann. Dementsprechend sind die Sportgruppen in 10 bis 13 wieder koedukativ.


Mädchenförderung in Physik

Im Rahmen der Fachleistungsdifferenzierung wird in den Jahrgängen 9 und 10 für jedes Team ein entsprechender E-Kurs eingerichtet.


Fachliche Standards sind langfristig nur zu erreichen und zu verbessern, wenn ein differenziertes Fördersystem Motor des Lernens wird.

 

Förderung sicherstellen

 

Zunächst muss deutlich sein, dass die eigentliche Förderung nur im Unterricht selbst geschehen kann. Unterricht muss sich langfristig ändern. Binnendifferenzierung (Förderung jedes einzelnen Schülers), Diagnostik (Erkennen von Schwächen und Stärken) und individualisierter Unterricht in Kleingruppen kann und muss dazu führen, dass der Unterricht jedem einzelnen Schüler gerecht wird. Das ist ein langer Weg, den man gehen muss. Eigentlich sind erst dann Maßnahmen der Förderung wirklich sinnvoll. Wir haben bereits Maßnahmen der Förderung umgesetzt, indem wir Gruppenunterricht als eine zentrale Methode gesetzt haben, indem wir Binnendifferenzierung immer wieder thematisieren, indem wir mit Evaluationssystemen begonnen haben und indem wir unser Differenzierungspotenzial (zusätzliche Lehrerstunden) dadurch für den Unterricht nutzen, dass wir in der Fachleistungsdifferenzierung kleinere Gruppen bilden.


Die Fachleistungsdifferenzierung in den Fächern Englisch, Mathematik, Deutsch und Physik findet teambezogen statt. Seit dem Schuljahr 2009/ 2010 wird die Fachleistungsdifferenzierung in den Fächern Englisch und Mathematik in Jahrgang 7 ausgesetzt. In Studien hat sich gezeigt, dass der Lernerfolg in heterogenen Gruppen besonders für die schwachen Schülerinnen und Schüler größer ist. Aus diesem Grund bleiben die Teams im Jahrgang zusammen. Allerdings wird im Jahrgang 7 eine Stunde pro Woche - in den Fächern Englisch und Mathematik - von zwei Lehrpersonen unterrichtet. Dabei hat die zweite Lehrperson vorrangig die Aufgabe, das binnendifferenzierte Lernen in den Tischgruppen zu unterstützen und weiter zu entwickeln. Dieser Versuch wird jährlich unter festgelegten Kriterien (Atmosphäre im Unterricht, Lernerfolg der Schüler/-innen und Formen der Leistungsbewertung) evaluiert.
Ab dem 8. Schuljahr werden in Englisch, Mathematik, Deutsch und ab dem 9. in Physik die Erweiterungs- und Grundkurse gebildet und so weit wie möglich der Teambezug erhalten. Die Schüler verlassen zwar ihre Klasse, bleiben aber in ihrem Team, wo ihnen Schüler und Lehrer vertraut sind. So bleibt auch in dieser schwierigeren Altersphase der Betreuungsrahmen erhalten. Wir bilden die Kurse so, dass sich durch die Reduzierung der Kursgrößen ein Fördereffekt, der mehr Individualisierung zulässt, ergibt.

Soziales Verhalten ist eine entscheidende Kompetenz der Schule, die auch als Voraussetzung fachlicher Kompetenzen aufgebaut und evaluiert werden muss.


Teamarbeitsstunden

Die sozialen Kompetenzen werden zunächst im 5. und 6. Schuljahr in der Teamarbeitsstunde thematisiert. Die Teamarbeitsstunde liegt in der Regel im Stundenplan am Montag in der ersten Stunde. Die Teamlehrer arbeiten mit ihren Schülern soziale Konflikte auf, die sich ergeben. Sie verdeutlichen auch anhand der Schulverträge Grundregeln des Verhaltens und fördern Gemeinschaftsbewusstsein, Hilfsbereitschaft und Höflichkeit als Grundlage sozialen Verhaltens.


Soziale Verantwortung

Die erzieherische Dimension dieses Elements wurde schon verdeutlicht. Zwei Jahre, in Jahrgang 8 und 9, erproben die Schüler ihr soziales Verhalten. Die Facharbeit als Gruppenarbeit in Jahrgang 10 im Betrieb und in Jahrgang 12 an der Fachhochschule gibt es eine weitere Möglichkeit, soziales Verhalten zu zeigen.

Die Schule hat sich zur Aufgabe gestellt unsere Schüler zum Lesen zu motivieren. Kinder, die viel lesen, lesen schneller, erfassen das Wesentliche rascher und erweitern ihren Wortschatz. Das Beherrschen der Leitsprache Deutsch ist eine wesentliche Grundlage für das Arbeiten und Lernen in allen anderen Fächern und darüber hinaus ein wichtiges Element in der zwischenmenschlichen Kommunikation. Insofern hat die Käthe-Kollwitz-Gesamtschule die Entscheidung getroffen, Elemente der Leseförderung in der ganzen Breite der Sekundarstufe I zu verankern.


Lesestunde

Bereits 1993, lange vor PISA, beschloss die Schulkonferenz für alle Kinder eine Lesestunde, um die Kompetenz Lesen zu fördern. 1999, ein Jahr nach der TIMSS -Studie der OECD, wurden für die Jahrgänge 5-10 die Lesestunde eingeführt. Seit 1999 ist an der Schule das Ziel dieser Lesestunde die Förderung und die Weiterentwicklung der Lesefähigkeit, der Lesetechnik und der Lesemotivation. Dabei geht es letztlich um die Fähigkeit des sinnverstehenden Lesens, da sich im internationalen Vergleich diese Kompetenz als Schwachstelle der deutschen Schüler gezeigt hat.


„Lesekompetenz“: Förderung leseschwacher Schüler ab Jahrgang 5

Dieses Element wurde nach dem Beschluss der Schulkonferenz 2005 in dem Schuljahr 05/ 06 entwickelt. Die Schüler des 5. Jahrgangs werden im 2. Halbjahr auf ihre Lesefähigkeit getestet. Gleichzeitig wird in Zusammenarbeit mit den Grundschulen ein Förderkonzept entwickelt und mit Schwerpunkt im Jahrgang 5 und 6 angeboten.


Leseförderung in Verbindung mit fächerübergreifendem Lernen

Leseförderung in Verbindung mit fächerübergreifendem Lernen haben wir ebenfalls im Schuljahr 05/ 06 im Haus der Kinder begonnen. In jedem Jahrgang der Sekundarstufe I gibt es eine Bücherkiste zu einem definierten Thema. Die Schüler haben die Möglichkeit, sich in dieses Thema selbstständig einzulesen. Sie können dann ihr Wissen in die Fächer einbringen, die sich zeitgleich mit diesem Thema beschäftigen. Gleichzeitig trainiert der Schüler intensiv seine Lesekompetenz.

Neben den jährlich stattfindenden externen Evaluationen in Jahrgang 8 (Lernstandserhebungen), den zentralen Prüfungen in Jahrgang 10 (ZEP in Deutsch, Englisch, Mathematik) und dem Zentralabitur haben wir seit 2003 damit begonnen, verschiedene Formen der schulinternen Evaluation zu entwickeln. Diesen Weg wird die Schule weiter intensivieren, denn einer intensiven individuellen Förderung muss eine gezielte Diagnose vorangestellt sein. Das Ziel der Schule ist es, über die Evaluationen Stärken und Schwächen der Schülerinnen und Schüler zu erfassen, die Ergebnisse und die Entwicklung der Schülerleistungen in einem „Lernportfolio“ festzuhalten und den Schülerinnen und Schülern in und außerhalb des Unterrichtes Materialien des selbstständigen Lernens zur Hand zu geben, mit denen sie individuell an ihren Stärken und Schwächen arbeiten können.


Evaluationen mit Eintritt in Jahrgang 5

Zu Beginn des 5. Jahrgangs werden in den Fächern Deutsch und Mathematik probeweise Evaluationen der Schülerleistungen vorgenommen, um einen Überblick über die unterschiedlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten zu erhalten, um unterrichtlich darauf reagieren zu können. Darüber hinaus erfolgt eine Evaluation der Lesefähigkeit mit einem standardisierten Test. Zur Angleichung der Leistungen werden die Schülerinnen und Schüler in Jahrgang 5 bei Bedarf einer Leseförderung zugewiesen und in Klasse 6 einer sogenannten „Ergänzungsstunde“, in der über das ganze Schuljahr hinweg Defizite aufgearbeitet werden. Ziel dieser Evaluationen ist es, dass die Schülerinnen und Schüler beim Start in die Sekundarstufe I über solide Grundlagen verfügen und somit verhindert wird, dass sich vorhandene Lücken aufgrund der unterschiedlichen Eingangsvoraussetzungen von Beginn an systematisch vertiefen.


Jahresendevaluation

Seit 2003 evaluieren wir am Jahresende für die Jahrgänge 5-10 Kernwissen und Minimalstandards in den Fächern Deutsch, Englisch, Mathematik und seit 2004 in Naturwissenschaften. Der Schüler wiederholt an einem Tag pro Fach das für das jeweilige Schuljahr zu lernende Kernwissen in Form von selbstständigem Lernen. Die Materialien werden von den Fachlehrern erstellt und im kommenden Schuljahr an den nächsten Jahrgang weitergegeben. Das Ziel dieser Evaluation besteht darin, Kernwissen (Minimalstandards) für Lehrer, Schüler und Eltern transparent zu machen. Die Ergebnisse dieser Evaluation werden an einem eigens dazu eingerichteten Elternsprechtag zu Beginn des Schuljahres zwischen den TeamlehrerInnen und den Eltern besprochen.
Die Jahresendevaluation ist derzeit ausgesetzt und wird überarbeitet.


Evaluationen in der Oberstufe

Im Übergang zur Oberstufe und in der Oberstufe in Jahrgang 12 und 13 erproben wir derzeit ein System fachbezogener Evaluationen. Ziel ist es, Defizite frühzeitig zu erkennen und die Schülerinnen und Schüler auf dem Weg zu begleiten, in Form des selbstgesteuerten Lernens diese Defizite individuell aufzuarbeiten. Ein zu Beginn des 11. Jahrgangs angelegtes Portfolio begleitet die SchülerInnen bis zum Abitur. Mit diesem Element wird sowohl die Eigenverantwortung der SchülerInnen für den Lernprozess gestärkt wie auch der Unterricht durch die Phasen des selbstgesteuerten Arbeitens verändert. Letztendlich muss es das Ziel sein, die Vorbereitung der SchülerInnen auf das Zentralabitur zu optimieren.


Evaluation zum Übergang von Jahrgang 10 nach Jahrgang 11

Ende Jahrgang 10 findet mit den Schülerinnen und Schülern, die die Qualifikation für die Oberstufe erworben haben und die Oberstufe besuchen wollen (inklusive der externen Schülerinnen und Schüler) ein Brückenseminar statt. Im Rahmen dieses Seminars oder in der ersten Schulwoche finden in den Fächern Deutsch, Englisch, Mathematik und Naturwissenschaften Evaluationen statt. Die Evaluationen werden von den Beratungslehrer/-innen durchgeführt und die Ergebnisse werden den Beratungslehrer/-innen zur Kenntnis gegeben. Auf Seiten der Schülerinnen und Schüler werden die Ergebnisse in einem Portfolio festgehalten. Die Beratungslehrer/-innen sichten mit den Schülerinnen und Schülern ihre Ergebnisse und vereinbaren, wie die Defizite mit Hilfe der vorhandenen Materialien des selbstständigen Lernens im und außerhalb des Unterrichtes aufgearbeitet werden können. Am ersten und danach am zweiten Elternsprechtag des Schuljahres besprechen die Beratungslehrer/-innen zusammen mit den Schüler/-innen und Eltern den Aufarbeitungsprozess.


Evaluation zu Beginn des 12. und 13. Schuljahres

Zu Beginn der Jahrgänge 12 und 13 werden Tests durchgeführt. Auf der Grundlage dieser Tests werden zwischen den Schüler/-innen und Beratungslehrer/-innen Lernvereinbarungen getroffen, wie die diagnostizierten Defizite im Unterricht und begleitend zum Unterricht aufgearbeitet werden. Die Beratungslehrer/-innen moderieren diesen Prozess und beraten die Schüler/-innen, wie sie diagnostizierte Lücken schließen können. Eine Bestandsaufnahme wird an den ersten beiden Elternsprechtagen des Schuljahres vorgenommen. In Jahrgang 12 wird die Evaluation im ersten und zweiten Leistungskurs und in den Grundkursen der Fächer Deutsch, Englisch, Mathematik und Geschichte durchgeführt. Auch in weiteren Abiturfächern wird dieses Verfahren erprobt. In Jahrgang 13 wird die Evaluation in den vier Abiturfächern durchgeführt.

Wenn man am Ende dieses umfassenden Schulprogramms versuchen möchte, die Schwerpunkte unserer Schule zusammenzufassen, dann gelingt dies am besten in Anlehnung an die Namenspatronin unserer Schule. An der Käthe-Kollwitz-Schule gibt es Mädchenförderung, wir verpflichten uns der sozialen Verantwortung, Selbstständigkeit und Kreativität stehen im Zentrum unseres Bemühens und vor allem versuchen wir den Schülern einen Satz von Käthe-Kollwitz vorzuleben und den Schülern als Leitmotiv des Lernens zu vermitteln:

„EINE GABE IST EINE AUFGABE.“

Das Schulprogramm können Sie auch als pdf. Datei herunterladen:

Schulprogramm der KKG

Kontakt

Käthe-Kollwitz-Gesamtschule Grevenbroich
Hans-Böckler-Straße 19
41515 Grevenbroich


Schülersekretariat:

Tel: 02181-2267- 11

Schulleitungssekretariat:
Tel.:  02181 - 2267 -0
Fax: 02181 - 2267 -30

E-Mail: 191504@schule.nrw.de

 

 

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Termine

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28 Sep 2017 - SV-Fahrt