Die Begegnung ist das Entscheidende

Sowi-Kurs-Exkursion zum Landtag und zur Flüchtlingsunterkunft
Die Exkursion stand unter dem Thema: „Die Begegnung ist das Entscheidende“. Der Sowi-Kurs der 11. Klasse von Frau Wedy stellte sich vielen Fragen:
Wie wird man eigentlich die Person, die man ist? Wie schafft man es trotz schwieriger Startchancen, zu privater und beruflicher Zufriedenheit? Was müssen Flüchtlinge und was muss unsere Gesellschaft tun, damit Flüchtlinge erfolgreich integriert werden? Über den Besuch in der Landeshauptstadt, der Antworten brachte berichten im Folgenden Baryons Skipper, Sebastian Nacken, Saskia Kalf:

Auf in den Landtag zu Ibrahim Yetim
Vom Hauptschüler zum Bergmann - zum Psychologie (u.a.) - Uniabsolvent - zum ersten SPD-Wahlkreis-Abgeordneten mit türkischem Migrationshintergrund - bis zum NRW - Landtagsabgeordneten: Yetim Ibrahim, ein – den Fotos im Internet nach zu urteilen – ausgeglichener und zufriedener Sohn eines türkischen Gastarbeiters, schien für uns aufgrund seines Lebenslaufes, der wohl beste Ansprechpartner und Experte zum Themenkomplex Sozialisation zu sein:
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„Wie kam ihr ungewöhnlicher Lebenslauf zustande und hatten sie auch mit Vorurteilen zu kämpfen?“
Er war immer ein guter Schüler gewesen. Eigentlich hätte er im Anschluss an die Grundschule das Gymnasium besuchen wollen – seine Noten sprachen jedenfalls dafür. Seine Lehrer sahen diese Idee jedoch kritisch, da seine Eltern zu dem Zeitpunkt kaum Deutsch sprachen und somit auch kaum Unterstützung von ihnen vermutet wurde. Also besuchte er die Hauptschule, wo er schließlich, entgegen der anfänglichen Vorurteile doch Klassen- und Schulsprecher wurde. Als Bergmann machte er sich für sich und seine Kollegen stark und war aktiv in der Gewerkschaft tätig. Ich konnte immer mit meiner Arbeit überzeugen, erklärte Yetim, beim Einstieg in die Politik war der Migrationshintergrund jedoch eher hinderlich als vorteilhaft.
„Welche Schlussfolgerungen würden sie persönlich aus ihrer Biographie ziehen, was getan werden muss, um Flüchtlinge in unsere Gesellschaft zu integrieren, Herr Yetim?“
Auf der einen Seite müssen Flüchtlinge „eine eigene Disziplin entwickeln Deutsch zu lernen, denn „die Sprache ist der Schlüssel für eine erfolgreiche Integration“. Außerdem sei „die Begegnung zwischen Flüchtlingen und Deutschen das Entscheidende“, argumentiert Yetim aus Erfahrung. Hier läge die Verantwortung nicht nur bei den Flüchtlingen selbst, sondern auch in der Gesellschaft. Ferner müsse die Politik aktiv sein, indem sie z.B. Sport- und Kultureinrichtungen fördert und Ghettoisierung durch eine gezielte Wohnortzuweisungen von Flüchtlingen vermeidet (SPD-Integrationsplan). 
Und wie sieht’s nun in der Praxis aus? ...es ging weiter zur Flüchtlingsunterkunft
Wir machten uns auf den Weg zu Rohalla und Khalid, um den ersten Schritt in Richtung Begegnung zu unternehmen. Die beiden wohnen in einer Unterkunft für unbegleitete minderjährige Geflüchtete (umF) mit anderen Jugendlichen zusammen, die alle aus ihren Heimatländern ohne ihre Eltern geflohen sind. – und dort überprüften wir dann unter anderem die Kriterien (Sprache und Begegnung), die Herr Yetim aufgestellt hatte.
„Was ist für euch das Wichtigste, das ihr hier in Deutschland erreichen wollt?“
Rohalla (17) aus Afghanistan und Khalid (17) aus Syrien waren sich schnell einig: „Die deutsche Sprache lernen“ sei das Wichtigste und „dann studieren, um Arzt zu werden“ (Khalid) bzw. „eine Ausbildung machen“ (Rohalla).
Und wie war es mit der Begegnung? „Habt ihr viele deutsche Freunde?“
„Freunde, ja - deutsche eher wenige“. Beide erklärten uns, dass sie eigentlich nur wenige Deutsche kennen würden, weil sie am Berufskolleg eine internationale Förderklasse besuchen. „Ist bei Freundschaft die Nationalität nicht egal?“, fragte Khalid - „Hauptsache nett - egal ob Deutsch, Afghane oder Syrer, oder?“ ... und da war ja auch was dran. Frau Vogel, die Teamleiterin in der Unterkunft erklärte, dass die Jungs schon gern mehr mit Deutschen zu tun haben würden, dass sie jedoch oft zu schüchtern seien, auf Deutsche zu zugehen.
Unsere Schlussfolgerung war schließlich, dass der Integrationsprozess ja viel erfolgreicher sei oder vielleicht auch erst möglich sei, wenn er von beiden Seiten gewollt und in Gang gesetzt wird – von Flüchtlingen und der Gesellschaft.
In der nächsten Sowi-Stunde erzählte Shari, dass sie nun plant, in den Sommerferien ein Praktikum in der Unterkunft machen zu wollen - und Pascal würde gern mal einen Tag mit den Jungs was unternehmen und hatte schon Kontakt zu ihnen aufgenommen.
„Wir könnten doch alle mal gemeinsam in den Sommerferien dahin fahren und was mit den Jungs machen“ schlug er vor... Die Begegnungen nehmen also ihren Lauf und mit dem Besuch in Düsseldorf haben wir als Sowi Kurs der KKG schon mal den ersten Schritt unternommen. Weitere folgen... Vielleicht auch von euch Lesern.

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