Friedhofführung für Nachfahren der Familie Moser aus der Schweiz und aus Bayern

Weder das schlechte Wetter, noch die Schulferien konnten „KKG – Gegen das Vergessen“ und die Kooperationspartner Ulrich Herlitz (Geschichtsverein) sowie Christoph Borries (evangelische Kirchengemeinde) abhalten, den weit angereisten Ehrengästen einen unvergesslichen Nachmittag in der Heimat ihrer Vorfahren zu bereiten.

Wie schon oft zuvor wurde eine Friedhofführung vorbereitet, die sich vor allem durch ProjektschülerInnenaktivität auszeichnen sollte. Ebenfalls in bewährter Manier steuerte Herlitz, Leiter des Arbeitskreis Judentum, sein profundes Wissen zum Gelingen der Veranstaltung bei. Pfarrer Borries rundete die Veranstaltung auf dem jüdischen Friedhof an der Montanusstraße mit einem schönen Gebet ab.

Die Ehrengäste, namentlich Familie Berg aus Zürich (Schweiz) und Familie Stern aus Deggendorf (Bayern), kamen, um das Grab ihrer Urgroßeltern Ricka und Leopold Moser zu besuchen. Deren Sohn, Großvater von Harry Berg und Daniel Stern, erkannte die miesen Zeichen der nationalsozialistischen Zeit und wanderte folgerichtig 1936 nach Palästina aus. Diesem Umstand verdanken die Ehrengäste wahrscheinlich das Fortbestehen ihrer jüdischen Familiengeschichte…

Über die spannende Geschichte der Familie Moser berichtet auch die NGZ in dem Artikel „Gegen das Vergessen“:

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Für die umtriebigen ProjektschülerInnen war Familie Moser kein unbeschriebenes Blatt: Bereits im Rahmen der letzten Gedenkstättenfahrt ins ehemalige Konzentrationslager Auschwitz (im heutigen Polen), die jährlich von Sebastian Potschka durchgeführt wird, gedachte das Grevenbroicher Netzwerk „Gegen das Vergessen“ entsprechend auch der Opfer der aus Grevenbroich stammenden Familie Moser.

Beim Besuch der Moser-Nachfahren in Grevenbroich trugen die ProjektschülerInnen ihre besondere Beziehung zum jüdischen Friedhof, für den sie seit über zehn Jahren die Patenschaft innehaben, gewohnt souverän vor. Zudem erklärten sie den beeindruckten Gästen auch ihre Motivation für ihre vielseitige Projektarbeit.

Besonders ergriffen waren die Ehrengäste von den SchülerInnenbeiträgen am Grab ihrer Vorfahren.

Hervorzuheben sind noch die persönlichen Briefe, die die Projektschülerinnen Mia, Jana, Lilly, Jazmin und Lena an Familie Berg und Familie Stern geschrieben hatten. Jana, die ihren Brief der gerührten Zuhörerschaft vortrug, hielt in diesem fest: „Es bedeutet uns viel, dass Sie heute hier sind und ich hoffe, dass Sie sich bei uns willkommen fühlen und sehen, dass wir uns mit Respekt und Interesse um den Friedhof und Ihre Vorfahren kümmern.“

Nachdem die Friedhofführung mit einem gemeinsamen Gebet von Pfarrer Borries beendet worden war, gab es noch einen regen Austausch in einem Lokal am Marktplatz in der Innenstadt. Hier erhielten die Familien aus dem Süden neben den erwähnten Briefen auch noch jeweils persönliche Texte und Grußkarten zur Erinnerung an den Besuch in der Stadt ihrer Vorfahren.

Die Familien bedankten sich bei allen an der Veranstaltung beteiligten KooperationspartnerInnen herzlich und versprachen, Grevenbroich nicht das letzte Mal besucht zu haben. Harry Berg hatte beim Abschied sogar schon konkrete Pläne, indem er in Aussicht stellte, beim nächsten Besuch das ehemalige Wohnhaus seiner Mutter in Düsseldorf besuchen zu wollen.

„Neben dem wertvollen Austausch mit den sehr netten Gästen hat mich erneut das beispiellose Engagement der ProjektschülerInnen beeindruckt. Sie haben unsere Schule und unsere Stadt – trotz Ferien! – wieder einmal ansprechend und würdig vertreten. Herzlichen Dank“, konstatiert Projektleiter Thomas Jentjens glücklich und ergriffen.

Namentlicher Dank an Alicia Schwantes, Blessing Okoebor, Mia Paulsen, Lena Oesterwind, Jazmin Görgens, Lilly und Sally Thönissen, Danil Knaus, Elke Lindenlauf, Corina und Jana Bindewald, Cathy und Emely Praum, Jennifer Bergmann, Keno Holzportz, Eva Robbel, Chiara Rauh, Nhy My Vo, Elvira Kachalo, Celina Berrenbaum, Jonas Rosenstengel sowie an Christoph Borries und Ulrich Herlitz.

Abschließend ganz besonderer Dank und die liebsten Grüße an die Familien Berg und Stern.

(JEN)