
Im Rahmen der vielseitigen Mahn- und Gedenkfeier am 9. November – anlässlich der Novemberpogrome vom 9.auf den 10. November 1938, die bereits zum 14. Mal von „KKG – Gegen das Vergessen“ veranstaltet worden war, wurde im Atelier E1 die Ausstellung mit Schülerarbeiten für ein zentrales Mahnmal der Grevenbroicher Holocaustopfer eröffnet. Die anschauliche Ausstellung, die unter anderem Bürgermeister Klaus Krützen besuchte, konnte bis zum offiziellen Holocaustgedenktag am 27. Januar besucht werden.

Im Fokus der sehr gut besuchten Gedenkfeier, die in Kooperation mit dem hiesigen Geschichtsverein dargeboten wurde, standen die abscheulichen Verbrechen der Nationalsozialisten gegenüber den jüdischen Mitmenschen – wie immer mit regionalem Bezug, um den interessierten TeilnehmerInnen zu vermitteln, dass „das Unheil nicht irgendwo, sondern auch mitten unter uns hier in Grevenbroich geschehen konnte“, halten die Projektschülerinnen Uta Lindenlauf und Leni Mujagic nachdenklich fest.

Die Veranstaltung wurde von Schulleiter Hannes Mogias und dem stellvertretenden Bürgermeister Peter Cremerius eröffnet und anschließend mit diversen Schülerbeiträgen um die so genannten „Novemberpogrome“ bereichert: Nach der „Bilanz der Schande“, vorgetragen von Simon Schotten und Hanna Mundt, sorgte der Szenische Gestalten-Kurs – unter Leitung von Lorena Cordero Ramon – mit dem Beitrag „Wenn das Licht zurückkehrt“ für Gänsehaut. Abgerundet wurde die Veranstaltung durch diverse musikalische Beiträge vom Chor Celebration, unter Leitung von Peter – Faller Lubczyk. Hier konnte beispielsweise der performte Song „Leben“ von der Poprockgruppe PUR überzeugen.

Aufgrund der im E1 – nur wenige Meter entfernt vom Synagogenplatz gelegenen – vorbereiteten Ausstellung fiel der diesjährige Gedenkmarsch für die Opfer der Novemberpogrome entsprechend kurz aus. Zum Abschluss der facettenreichen Veranstaltung erhielten die BesucherInnen noch Informationen von Ulrich Herlitz zur Ausstellung mit den Entwürfen für ein zentrales Holocaustmahnmal in Grevenbroich. Herlitz hob beispielsweise das nachhaltige Engagement der ProjektschülerInnen, die sich an dem über drei Jahre währenden Wettbewerb beteiligt hatten, lobend hervor.
Die NGZ berichtet ebenfalls über die Ausstellung und die 14. Mahn- und Gedenkfeier. Der Artikel kann hier gelesen werden:
Vorbericht-NGZ-Gedenkfeier und Ausstellung

Die abwechslungsreiche Ausstellung mit insgesamt weit über hundert Schülerbeiträgen aus Ton, Holz, Leinwänden, Tapeten und anderen Materialien konnte zweifellos überzeugen. Schulleiter Hannes Mogias hielt stellvertretend für die ergriffenen BesucherInnen fest: „Ich bin beeindruckt vom vielseitigen Engagement der SchülerInnen und möchte mich bei allen Beteiligten sehr herzlich für die geleistete Projektarbeit bedanken!“

Besonderer Dank gilt an dieser Stelle den E1 – KünstlerInnen um Frank „Stoi“ Stohanzl, die ihr Atelier für die Ausstellung gerne zur Verfügung stellten. Aufgrund dieser hervorragenden Zusammenarbeit wurde bereits über weitere Kooperationsmöglichkeiten gesprochen.

Im Rahmen des von den KKG-Lehrerinnen Kirsten Berendes-Grimberg und Annika Bongartz organisierten Austauschs konnte die Ausstellung zudem interessierten SchülerInnen aus Italien und Polen gezeigt werden.

Nach einer Ausstellungszeit von insgesamt über elf Wochen endete das erfolgreich dargebrachte Ausrufezeichen für ein überfälliges zentrales Holocaustmahnmal mit der jährlichen Gedenkveranstaltung am 27. Januar, dem offiziellen Holocaustgedenktag.

Im Rahmen der Veranstaltung, an der sich alle weiterführenden Schulen unter Leitung von Ulrich Herlitz auf dem Synagogenplatz versammeln, wurden erneut die Namen aller – insgesamt 203 – Grevenbroicher Holocaustopfer verlesen und ihnen gedacht.

An der weltweiten „#WeRemember“-Kampagne beteiligten sich auch in diesem Jahr wieder unzählige KKG- – SchülerInnen und LehrerInnen.
Das Holocaustgedenken fand sowohl innerhalb als auch außerhalb der Schule statt:


Um den Grevenbroicher Holocaustopfern nicht nur im Rahmen der Verlesung ihre Namen zurückzugeben, schrieben die ProjektschülerInnen von „KKG – Gegen das Vergessen“ die 203 Namen der Grevenbroicher Holocaustopfer eigens an eine im E1 – Atelier zur Verfügung gestellten Wand. Diese tiefgründige Aktion rundete das ansprechende Gedenken – bestehend aus der 14. Mahn- und Gedenkfeier, der Ausstellung mit Entwürfen für ein zentrales Holocaustmahnmal sowie den Aktionen um den internationalen Holocaustgedenktag herum – würdig ab.

„Sehe, ich habe deinen Namen in meine Hand geschrieben, ich habe dich immer vor Augen.“ (Jesaja, 49, 16)
„Wir sind uns sicher, dass unsere vielseitige Projektarbeit einmal mehr dazu beiträgt, die Wichtigkeit eines zentralen Mahnmals für alle Grevenbroicher Holocaustopfer zum Thema gemacht zu haben und hoffen zeitnah auf entsprechende Maßnahmen für eine Umsetzung des Mahnmals, hier auf dem Synagogenplatz“, halten Projektbetreuerin Lorena Cordero Ramon, Geschichtsvereinsvorsitzender Ulrich Herlitz, sowie die Projektleiter Reinhold Stieber und Thomas Jentjens gemeinsam zuversichtlich fest.
Schlussendlich ein ganz großes Dankeschön an alle, die zum Gelingen der Veranstaltungen beigetragen haben.
Besonderer Dank gilt den ProjektschülerInnen mit ihrem unermüdlichen Einsatz gegen Antisemitismus, Ausgrenzung und Fremdenfeindlichkeit.
(JEN)
