„KKG – Gegen das Vergessen“ trifft die Nachfahren der Holocaustüberlebenden aus Hemmerden

Die Nachfahren der Familien Sachs, Theisebach und Winter kamen eigens aus Portugal, der Niederlande, Bremen sowie aus Berlin in die Heimat ihrer Vorfahren angereist, um zusammen mit den ProjektschülerInnen ihren Familien im Rahmen einer ansprechenden Veranstaltung auf dem jüdischen Friedhof in Hemmerden würdig zu gedenken.

Nachdem Norbert und Carry auf der Mahn- und Gedenkfeier am 9. November 2024 während ihres letzten Besuches als Ehrengäste schon mit unzähligen Willkommensbriefen wertgeschätzt worden waren, gab es bei der jetzigen Zusammenkunft erneut unzählige das Herz berührende Briefe. Neil, der vor einiger Zeit aus New York nach Portugal gezogen war und die KKG-SchülerInnen nach 2018 – genau wie sein Vetter Janusz – zum zweiten Mal traf, war ebenfalls gerührt.

Norbert Sachs traf die Projektgruppe „KKG – Gegen das Vergessen“ bereits zum fünften Mal. Mit ihm verbinden die Jugendlichen schon eine enge Verbundenheit und beinah jede/r Projektschüler/in könnte Anekdoten über Treffen mit dem freundlichen Berliner erzählen. Mehrfach besuchte er die KKG oder er fuhr mit den SchülerInnen zur Gedenkstätte Erinnerungsort Alter Schlachthof nach Düsseldorf. Zudem besuchte er auch schon wiederholt die Mahn- und Gedenkeier anlässlich der Novemberpogrome von 1938. Zuletzt trafen diverse Projektschülerinnen Norbert im Rahmen ihrer Klassenfahrt 2025 in Berlin, um ihm Kunstwerke mit seinem Vater Helmut, die sie für ihn angefertigt hatten, zu übereichen.

Das Familientreffen in der alten Heimat, in der die Vorfahren der Gäste viele Holocaustopfer zu beklagen haben, wurde wieder einmal von Ulrich Herlitz, Vorsitzender des hiesigen Geschichtsvereins, ermöglicht.

Als die Gäste den Friedhof in Hemmerden, (ab)gelegen an der Landstraße L381, betraten, wurden sie von zahlreichen ProjektschülerInnen und einem „Shalom chaverim“ auf der Geige willkommen geheißen.

Nach den Begrüßungsworten von Projektleiter Thomas Jentjens wurde für jeden Ehrengast ein Willkommensbrief vorgetragen. Anschließend richteten die sichtlich ergriffenen Gäste Dankesworte an die engagierten ProjektschülerInnen, die sich ausnahmslos an einem Freitag nach der Schule auf den Weg nach Hemmerden gemacht hatten.

Daraufhin nutzten die SchülerInnen die Gelegenheit, um den Gästen, die teilweise mit ihren Partnerinnen nach Grevenbroich gereist waren, vorbereitete Fragen zu stellen. Leni fragte beispielsweise, mit welchen Gefühlen die Gäste in die Stadt, in der ihren Familien so viel Leid zugefügt worden war, kommen würden. Nele wollten wissen, was Norbert immer wieder motiviert, nach Grevenbroich zu kommen. Janusz wurde von den gut vorbereiten Jugendlichen beispielsweise gefragt, wie sein Leben in Polen verlaufen war, bevor er nach Bremen zog. Jana fragte den ehemaligen U.S. – Amerikaner Neil, wie er das SchülerInnenengagement „against forgetting“ bewerten würde.

In vielen Antworten der Gäste zeigte sich eine Dankbarkeit für das dargebrachte Engagement der Projektgruppe und Ulrich Herlitz´, das eine Wiederkehr in die Heimat der Vorfahren immer wieder erleichtere.

Nach einem Gebet am Mahnmal für die von den Nationalsozialisten ermordeten Mitmenschen jüdischen Glaubens aus Hemmerden und der Erkenntnis, dass „NIE WIEDER JETZT IST UND BLEIBT“, endete das Gedenken auf dem Friedhof.

Die folgende Übergabe der Briefe in freundschaftlicher Atmosphäre rundeten das berührende Treffen, sicherlich ein weiteres Projekthighlight einer/eines jeden Teilnehmerin/Teilnehmers, in der Grevenbroicher Innenstadt ansprechend ab.

Bei der Verabschiedung ließen die Ehrengäste nochmals durchblicken, wie dankbar sie für das Engagement „gegen das Vergessen“ in Grevenbroich wären und dass sie zukünftig gerne wieder in die Heimat ihrer Vorfahren kommen wollen würden.

 

Herzlichen Dank an alle, die zum Gelingen der ansprechenden Veranstaltung beigetragen haben!

Namentlich zu nennen sind: Nele Samel, Leni Mujagic, Jana Bindewald, Cathy und Emely Praum, Keno Holzportz, Lilly Thönissen, Lorena mit Lia Cordero, Linda Fegers, Blessing Okoebor, Nojiya Sulaymonova, Nela Steffens, Emilio de Tommaso, Emily Rezepin, Lisa Glätzer, Yannic Steinle, Thomas Jentjens, Katharina Schmidt, Jonas Rosenstengel, Benji Rohde und Adrian Ottaviano.

Vielen Dank an die Fotografinnen vom Dienst Jennifer Bergmann, Corina Bindewald und Anja Holzportz.

Besonderer Dank gilt Ulrich Herlitz sowie den Ehrengästen Carry Bosman-Levi, Neil Theise, Janusz Theisebach und Norbert Sachs sowie den mitgereisten EhepartnerInnen.

In Gedenken an die Holocaustopfer aus Hemmerden.

JEN